Die archäologischen Untersuchungen am Tabor - Neuer Vortrags-Termin!
Der Tabor über dem Faaker See ist vielen als beliebter Aussichtspunkt bekannt. Doch hinter der eindrucksvollen Kulisse verbirgt sich weit mehr: An der steil abfallenden Süd- und Westseite des Berges, nahe der Ortschaft Petschnitzen, liegt die sagenumwobene Halbhöhle „Einziedlarca“ – ein Ort voller Geschichte und Geheimnisse.
Der Überlieferung zufolge diente diese befestigte Halbhöhle der bäuerlichen Bevölkerung in unsicheren Zeiten als Zufluchtsort. Während sich der Adel in Burgen zurückziehen konnte, bot dieser schwer zugängliche Platz unter einer Felswand Schutz für Menschen, Vorräte und sogar Vieh. Eine nahegelegene Quelle sicherte zudem die Wasserversorgung. Historische Berichte erzählen von einer kleinen Fluchtburg mit Sperrmauer und eiserner Tür, die während der Türkeneinfälle im Jahr 1478 zerstört worden sein soll.
Im Oktober 2024 wurde dieser außergewöhnliche Ort erstmals archäologisch untersucht. Unter der Leitung des Mittelalterarchäologen Claus Vetterling aus Bamberg sowie mit Unterstützung des Archäologen Martin Bertha aus Graz konnten dabei überraschende Funde gemacht werden. Die Ergebnisse weisen auf eine deutlich ältere und gehobene mittelalterliche Nutzung hin und belegen darüber hinaus eine vielseitige Verwendung bis in die jüngere Vergangenheit, etwa als Unterschlupf für Viehhirten.
Noch sind viele Fragen offen: Wer errichtete diese Höhlenanlage? Handelt es sich möglicherweise um die bislang nicht eindeutig lokalisierte Burg Trostenheim? Und welche Verbindung besteht zur nahegelegenen Burg Wartberg am Wauberg?